Windenergie ist Deutschlands wichtigste Stromquelle. Am Windpark Bühnerbach im Landkreis Osnabrück zeigen wir, wie viel Arbeit hinter grüner Energie steckt.

Wie ein Windpark wächst

Wie ein Windpark wächst

Windenergie ist mittlerweile Deutschlands wichtigste Stromquelle. Das ermöglichen tausende dezentrale Windenergieanlagen. Was dahinter steckt? Eine ganze Menge Arbeit. Wie viel, zeigt der gerade entstehende Windpark Bühnerbach im Landkreis Osnabrück. Wir nehmen euch mit auf unsere Baustelle.

Das Gebiet des Windparks liegt im westlichen Niedersachsen. Besser gesagt zwischen der Gemeinde Neuenkirchen, ihrer Nachbarstadt Bramsche und dem namensgebenden Bühnerbach. Dort sollen künftig vier Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 18 Megawatt sauberen Ökostrom erzeugen.

Nach Jahren der Planung, Vorbereitung und auch der Unsicherheit, wie und ob es weitergehen würde, konnte Ende 2023 der EEG-Zuschlag für das Windenergie-Projekt gesichert werden. Im März 2025 ging die Planungs- dann in die Bauphase über. Seitdem geht’s heiß her zwischen Baumgruppen und Feldern: Denn bevor mit der Errichtung der Windräder begonnen werden kann, braucht es eine Reihe sogenannter bauvorbereitender Maßnahmen.

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Schon bei der Planung eines Windparks geht es nicht nur um den späteren Betrieb, sondern auch darum, ob ein Bau am vorgesehenen Standort überhaupt praktikabel ist. Hierfür müssen Antworten auf eine Reihe von Fragen gefunden werden: (Wie) können die Großkomponenten – Rotorblätter, Turmteile etc. – zum Errichtungsort transportiert werden? Wo werden sie gelagert? An welcher Stelle kann der Spezialkran sicher aufgestellt werden?

Neben dem ersten Windrad Bühnerbachs müssen auch Lager- und Montage- und Kranstellfläche vorbereitet werden, bevor der Bau beginnen kann. © naturstrom AG

Nachdem die Antworten gefunden sind – und die Genehmigung erteilt ist – geht es an die Umsetzung, aber nicht alleine.

Lieferservice XXL

Angesichts der Größe der Bauteile und des Baugeräts sowie der Gegebenheiten vor Ort ist jedes Windenergie-Projekt ein Unikat – und die Umsetzung keine leichte Aufgabe. Daher steht das Projektteam mit den entsprechenden Anlagenherstellern und den beauftragten Logistikunternehmen in regem Austausch. Nachdem alle Flächen vorbereitet wurden, steht die Anlieferung der Komponenten an.

Die bereits sehr großen Einzelkomponenten werden vom Windkraftanlagenhersteller per Spezial-Schwertransport und mit Sondergenehmigung nachts angeliefert. © naturstrom AG

In Bühnerbach beträgt die Nabenhöhe der vier Windenergieanlagen 125 Meter. Der Turm besteht hierbei aus modularen Stahlelementen, die vor Ort zusammengesetzt werden – aber immer noch bis zu 40 Meter lang sein können.

Anders sieht es bei den Rotorblättern aus. Denn diese werden als Ganzes transportiert, was bei einer Länge von rund 75 Meter – im Falle Bühnerbach – zu einigen Herausforderungen führt. So mussten etwa zwei eigene Wendetrichter eingeplant werden, um unter anderem schützenswerte Bäume nicht zu beschädigen und die Komponenten in montagegeeigneter Ausrichtung ablegen zu können.

In die Höhe geht es schnell

Sind alle Vorbereitungen getroffen und die Komponenten geliefert, dauert es nicht mehr lange: Wenn das Wetter es zulässt, braucht ein eingespieltes Team nur etwa eine Woche, um auf dem bestehenden Fundament ein Windrad zu errichten. Windet es aber zu stark, kann es zu Verzögerungen kommen. Zu gefährlich wäre es, die tonnenschweren Einzelteile mit dem Kran anzuheben und dem Wind auszusetzen.

Oftmals braucht der Aufbau des Spezialkrans länger als die Errichtung der Windenergieanlage. © naturstrom AG

Bislang hielten sich bauliche Verzögerungen in Grenzen. Die tatsächliche Inbetriebnahme hängt nach der Errichtung jedoch maßgeblich vom entsprechenden Netzbetreiber ab. Planmäßig soll der 18 Megawatt-Park noch 2025 ans Netz gehen – wir halten euch natürlich auf dem Laufenden!

Dieser Beitrag wurde von unserem naturstrom-Kollegen Finn Rohrbeck verfasst und zuvor auf dem naturstrom-Blog veröffentlicht. 

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